Comments

  • 983634 3 months ago

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  • Leena 1 year ago

    ...ich liebe den Wald und sein Mysterium.... danke :-)

  • Esthi P. 1 year ago

    Liebe Kim super Beiträge

zwischen-menschlich-und-pflanzlich

Kim Wüst

Innen_KW

Das Endprodukt meiner Diplomarbeit sind drei Zines. In diesen Zines fasste ich meine Recherche zusammen, um mein Wissen und meine Gedanken teilen zu können. Ich gestaltete die Zines mittels Bilder, Illustrationen und kurzer Texte. 

Zine #1 - Beziehung

Zine #2 - Natur

Zine #3

Boden

In letzter Zeit habe ich oft über die Beschaffenheit von Böden nachgedacht. Ein festes Fundament, dass uns an der Oberfläche hält, damit die Gravitation uns nicht aufsaugt. Es gibt so viele verschiedene Bodenbeschaffenheiten… in meiner alltäglichen Welt, begegne ich Böden aus Holz, Stein, Keramik, Asphalt, Schotter und manchmal auch – dann liebe ich es barfuss zu gehen – lebendiger Erde.

Der Boden hilft mir mich zu orientieren und der vom Mensch geformte Boden – der geebnet und versiegelt wurde – sorgt für ein ungehindertes Laufen, für effiziente Transportwege und für ein geordnetes Stapeln von Dingen. Wer mit dem Auto schon mal auf Schotterpisten gefahren ist, weiss eine asphaltierte Strasse zu schätzen!

Der Boden ist aber auch so viel mehr. Er ist Speicherort, Lebensraum und zugleich ein Raum der Zersetzung, der Toten. Ein Zusammenspiel von Tod und Leben. Das Leben ernährt sich vom Tod. Wir leben aufgrund anderer Leben – aufgrund deren sterben.

Wenn ich also gehe auf diesem Boden, werde ich mir diesem Kreislauf langsam bewusst und gemischt von Melancholie und Dankbarkeit mache ich meine nächsten Schritte.

Nutzpflanzen

Hier wächst ein kleiner Teil unserer Nahrung: Weizen, Kartoffeln, Ur-dinkel und vieles mehr! Es sind bekannte Pflanzen, die uns schon seit Jahrhunderten von Jahren begleiten. Menschen selbst haben sie gezüchtet. Es sind Nutzpflanzen. Ohne uns Menschen könnten sie wohl kaum überleben. Es ist eine Symbiose, was für eine weiss ich noch nicht. 

Wir ermöglichen der Pflanze zu leben, damit wir überleben. Ein Geben also um zu nehmen. Das könnte man vielleicht als Egoismus betrachten. Wie bei vielem was wir, oder besser gesagt wie wir konsumieren. Unsere Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt und der Rest muss sich uns fügen, unterordnen. Aber würden wir ohne ein gewisses Mass an Egoismus überhaupt überleben? Wo fängt schädlicher Egoismus an und wo hört gesunder Egoismus auf?

Es gibt die Theorie, dass der Stärkere überlebt. Aber ich glaube, dass die überleben, die anpassungs- und beziehungsfähiger sind. Denn Keine/r wird alleine überleben. Wir befinden uns in einem empfindlichen Gleichgewicht, dass auf eine Kollaboration zwischen den verschiedenen Lebensformen ausgerichtet ist.

Wildpflanzen

Mit Pflanzen ist es ähnlich wie mit Menschen: Je öfter du jemanden siehst, und auch kennenlernst, desto schneller kannst du die Person in einer Menschenmasse finden. Du merkst dir, wie die Person sich bewegt, was für einen Kleiderstil sie hat und wie sie physisch gebaut ist. Merkmale, die dir bei der Identifikation helfen. Auch Pflanzen haben solche äusserlichen Merkmale, die wir erlernen können zu unterscheiden.

So ist bei mir ein Waldspaziergang kein laufen durch irgendwelches Grün und Braun, bei dem ich entspannt die frische Luft einatme. Ich bewege mich zwischen verschiedenen Gesichtern, manche bekannt, andere weniger.

Die Begegnung und das Kennenlernen sind geprägt durch meine Sinne. Ich sehe die Pflanze nicht nur, sondern - wenn sie es erlaubt, sprich, wenn sie nicht giftig ist- fühle ich auch ganz gerne. Die Brennnessel ist eher nicht so angenehm, mit ihren Brennhaaren; das Kletten Labkraut haftet sich hingegen an deine Finger und will am liebsten nicht mehr loslassen; und der Waldziest hat so flauschige Blätter, wobei ich mich frage weshalb...

So nutze ich all meine Sinne, insofern kein gegenseitiger Schaden entsteht, um die Pflanzen kennenzulernen, damit ich in Beziehung treten kann und meiner Verantwortung in dem Ökosystem gerecht werde.

Wildnis

Wildnis.... Woran denkst du, wenn du dieses Wort hörst?

Wildnis, per Definition, ist ein unbewohntes, unwegsames und nicht kultiviertes Land. Ein Ort also, an dem Menschen nicht zuhause sind, ein Ort der Fremde. In der Romantik kam eine Wildnis-Sehnsucht auf, die bis heute anhält. Wir wollen raus in die unberührte Natur, da kommen wir uns klein und demütig vor und dem Ursprung - wer wird sind - vermeintlich nahe. 

Für viele ist Wildnis die romantisierte Heimat, der Ursprung. Aber fliehen wir dann nicht von unserem eigentlichen Zuhause? Verleugnen und vergessen wir dabei nicht das Land, welches wir kultiviert haben und für das wir Verantwortung tragen?

Für viele von uns ist Wildnis der Inbegriff und das Wunschkonzept für eine gesunde Natur und das Lösungskonzept gegen den voranschreitenden Klimawandel. Das würde jedoch bedeuten, wir Menschen müssen weg, denn Wildnis oder die damit definierte Natur ist ein Ort ohne uns. Wenn das die Lösung ist, beschränken wir uns auf ein sehr dualistisches, engstirniges und paradoxes Konzept. Die Natur als Lösung, wobei sich der Mensch ausschliesst.

Wir können aber nicht fliehen, wir können uns nicht separieren, wir müssen uns dem Konflikt stellen und unsere Rolle als Teil der Natur erlernen. Das bedeutet wir müssen unseren Platz, den wir schon haben, im Ökosystem bewusst werden und lernen in einer achtsameren Symbiose zu leben wie bisher. Wir sind keine freien Menschen, wir sind abhängig voneinander. Ich finde in der Abhängigkeit jedoch auch Freiheit, so paradox es klingen mag.

 

 

Am 12. und 13. Juni 2020 fand ein Livestreaming mit Beiträgen der Diplomierenden und weiteren Studierenden statt. Den Beitrag von Kim findest Du hier.

Gäst*innen-Buch

für Kim Wüst

Von 983634 am 15.03.2021 9:40 Uhr
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Von Leena am 13.06.2020 13:09 Uhr
...ich liebe den Wald und sein Mysterium.... danke :-)

Von Esthi P. am 13.06.2020 11:23 Uhr
Liebe Kim super Beiträge